Bei der Immobilienfinanzierung bieten viele Banken eine Restschuldversicherung (RSV) an — auch Restkreditversicherung oder Kreditlebensversicherung genannt. Sie soll im Todesfall, bei Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit einspringen und die Kreditraten übernehmen. Klingt sinnvoll — ist aber nicht immer die beste Wahl.

Was leistet die Restschuldversicherung?

Restschuldversicherung Immobilien Sinnvoll

Je nach Vertragsumfang deckt die RSV drei Risiken ab:

  • Tod: Die verbleibende Restschuld wird vom Versicherer übernommen
  • Berufsunfähigkeit: Monatliche Raten werden für eine definierte Zeit gezahlt
  • Unfreiwillige Arbeitslosigkeit: Raten werden für 12–24 Monate übernommen

Der Schutz klingt gut — aber er hat seinen Preis und viele Ausschlüsse.

Was kostet die Restschuldversicherung?

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Die RSV kostet je nach Anbieter und Leistungsumfang zwischen 0,2 % und 0,8 % der Darlehenssumme pro Jahr — oder als Einmalprämie zu Kreditbeginn. Bei einem 300.000-€-Kredit entspricht das 600–2.400 € jährlich. Über eine 15-jährige Laufzeit kann das 9.000–36.000 € kosten.

Die Probleme mit der RSV

  • Viele Ausschlüsse: Vorerkrankungen, selbstverschuldete Berufsunfähigkeit, "freiwillige" Kündigung — vieles ist nicht versichert
  • Sinkende Leistung: Viele RSVs zahlen nur die jeweilige Restschuld — aber die sinkt mit der Tilgung
  • Hohe Kosten im Verhältnis zur Leistung: Der Preis ist oft deutlich höher als bei separaten Versicherungen
  • Bankvorteil: Banken verdienen gut an der RSV — deshalb wird sie so empfohlen

Bessere Alternativen

Für die meisten Immobilienkäufer gibt es bessere Schutz-Optionen:

  • Risikolebensversicherung: Günstiger, flexibler, leistet im Todesfall die volle Summe. Für Familien fast immer besser als RSV.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Deutlich umfangreicherer Schutz als RSV-BU-Komponente, zahlt monatliche Rente statt nur Kreditraten
  • Notgroschen: 3–6 Monatsgehälter liquide als Puffer — schützt vor kurzfristiger Arbeitslosigkeit besser als teure RSV

Fazit: RSV selten empfehlenswert

Die Restschuldversicherung ist für die meisten Immobilienkäufer teuer und bietet zu wenig Leistung für das Geld. Besser: Risikolebensversicherung + BU-Versicherung separat abschließen. Nur in Ausnahmefällen (keine BU-Versicherbarkeit wegen Vorerkrankungen) kann die RSV sinnvoll sein.

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