Ferienimmobilien als Kapitalanlage: Lohnt es sich?

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • Notarkosten + Grundbuch: ca. 1,5–2,0 % des Kaufpreises (Stand: April 2026)
  • Grunderwerbsteuer: 3,5–6,5 % (je nach Bundesland) (Stand: April 2026)
  • Maklerprovision (geteilt seit 2020): je 1,5–3,57 % (Stand: April 2026)
  • Dauer Grundbuchübertragung: ca. 6–12 Wochen nach Notar (Stand: April 2026)
  • Auflassungsvormerkung: schützt ab Tag des Notartermins (Stand: April 2026)
Ferienimmobilie kaufen: Tipps, Rendite und Checkliste 2024

Ferienimmobilien versprechen Traumrenditen — aber die Wahrheit ist komplexer. Kurzzeitvermietung über Airbnb und Booking erzielt zwar höhere Tagessätze als Langzeitvermietung, aber: Leerstandszeiten im Nebensaisonbereich, höhere Verwaltungskosten, Plattformgebühren (15–20 Prozent), Reinigungskosten zwischen Gästen. Netto-Rendite ist oft niedriger als gedacht.

Checkliste: Ferienimmobilie kaufen

Praxis-Tipp

Lassen Sie die Immobilie vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen (ca. 500–1.000 €). Das ist bei gebrauchten Objekten Pflicht. Typische Baumängel die Gutachter finden: Feuchtigkeit im Keller, Schimmel hinter Verkleidungen, Risse im Fundament. Ein Gutachten kann den Kaufpreis um 10.000–50.000 € senken.

Lage prüfen: Ganzjährig oder nur Saisonbetrieb? Ski UND Sommer ist ideal. Lokale Regulierungen: München, Berlin, Hamburg verbieten Kurzzeitvermietung weitgehend. Küstenorte und Alpen meist liberaler. Hausverwaltung vor Ort: Ohne lokalen Partner ist Fernverwaltung sehr aufwändig. Steuerliche Behandlung: Ferienwohnung als gewerbliche Tätigkeit oder private Vermietung? Für Rendite: Rendite-Rechner. Steuerliche Abzüge: Steuer-Abzüge.

Beste Standorte für Ferienimmobilien in Deutschland

Ferienimmobilie kaufen: Tipps, Rendite und Checkliste 2024

Nordsee: Sylt (teuerst, 8.000–15.000 Euro/qm), Föhr, Amrum. Ostsee: Rügen, Usedom, Fischland-Darß. Alpen: Garmisch, Berchtesgaden, Oberstdorf. Bodensee: Lindau, Konstanz-Umgebung. Faustregel: Ganzjährig-Tourismus (Ski + Sommer) schlägt reine Sommer-Standorte in der Rendite.

Steuern bei Ferienvermietung: Was abzusetzen ist

Ferienwohnung steuerlich als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) oder als gewerbliche Vermietung. Absetzbar: Abschreibung (AfA), Zinsen, Hausgeld, Verwaltungskosten, Reinigungskosten, Plattformgebühren, Renovierungskosten. Bei Eigenutzung: Kosten anteilig nur für Vermietungszeiten absetzbar. Eigengenutzte Ferienimmobilie = kein Steuerabzug. Alle Abzüge: Steuer-Abzüge.

Risiken und wie man sie minimiert

Regulierungsrisiko: Immer mehr Kommunen schränken Kurzzeitvermietung ein (Berlin, Hamburg, München). Vor Kauf lokale Rechtslage prüfen. Saisonalitäts-Risiko: Monatlich schwankende Einnahmen — Rücklage von 3–4 Monatsnettomieten bilden. Verwaltungsrisiko: Ohne professionellen Vor-Ort-Verwalter hoher Aufwand. Verwalter kostet 20–30 Prozent der Einnahmen — immer einkalkulieren. Rendite berechnen: Rendite-Rechner. Cashflow: Cashflow-Rechner.

Ferienimmobilien in Deutschland hatten 2020–2024 eine besondere Nachfrage-Welle durch Corona-Reisebeschränkungen und Homeoffice-Flexibilisierung. Viele Käufer kauften erstmals Ferienimmobilien zur Selbstnutzung und gleichzeitigen Vermietung. Dieser Trend bleibt strukturell, da Homeoffice dauerhaft ermöglicht, wochenweise von der Ferienimmobilie zu arbeiten.

Fazit Ferienimmobilien: Richtig ausgewählt und professionell verwaltet sind Ferienimmobilien eine der renditestärksten Immobilienarten — aber auch aufwändigsten. Empfehlung: Erst Erfahrung mit klassischer Langzeitvermietung sammeln, dann Ferienimmobilie als zweites Objekt. Tilgung: Tilgungsrechner. Kaufpreisfaktor: Kaufpreisfaktor-Rechner.

Wichtig: Mindestens 20 Prozent Eigenkapital für Ferienimmobilien einplanen. Viele Banken finanzieren Ferienimmobilien nur zu 70–80 Prozent — höheres Risiko aus Bankperspektive. Eigenkapitalbedarf berechnen: Eigenkapital berechnen.

Weiterführend: Garmisch-Partenkirchen | Konstanz Bodensee | Stralsund Ostsee | Rostock/Warnemünde

Kaufnebenkosten nach Bundesland

BundeslandGrunderwerbsteuerGesamte Nebenkosten Ø
Bayern3,5 %ca. 7–9 %
Sachsen3,5 %ca. 7–9 %
Hamburg4,5 %ca. 8–10 %
Hessen6,0 %ca. 10–12 %
NRW / Brandenburg6,5 %ca. 10–13 %

Der Markt hat sich seit 2022 zugunsten der Käufer verschoben. Preisverhandlungen von 5–15 % sind in vielen Regionen wieder möglich — besonders bei sanierungsbedürftigen Objekten oder länger am Markt stehenden Angeboten. 2026 sind die Chancen für Kapitalanleger besser als seit Jahren: niedrigere Preise als 2021/22, leicht gesunkene Zinsen, und ein strukturelles Wohnungsdefizit das die Mietpreise stützt. Wer jetzt qualitätsbewusst kauft, investiert in ein window of opportunity.