Das Bestellerprinzip: Wer zahlt den Makler?

Makler Beauftragen Vermietung Lohnt Sich

Seit 2015 gilt in Deutschland das Bestellerprinzip bei der Vermietung: Wer den Makler beauftragt, zahlt ihn. Das heißt: Wenn du als Vermieter einen Makler zur Mietersuche beauftragst, trägst du die Kosten — nicht der Mieter. Maklergebühr bei Vermietung: Typisch 2 Nettokaltmieten (inkl. MwSt.). Bei einer Wohnung mit 800 Euro Kaltmiete sind das 1.600 Euro + 19 % MwSt. = ca. 1.904 Euro Maklergebühr. Das ist ein erheblicher Einmalposten — aber es gibt Situationen wo er sich lohnt.

Wann lohnt sich ein Makler zur Vermietung?

Makler Beauftragen Vermietung Lohnt Sich

Sinnvoll wenn: Du weit weg von der Immobilie wohnst und Besichtigungen nicht selbst durchführen kannst. Die Wohnung in einem schwierigen Marktsegment liegt (sehr groß, sehr teuer, besondere Lage) wo die Mietersuche aufwändig ist. Du wenig Zeit hast und deine Zeit anderweitig wertvoller ist als die Maklergebühr. Es sich um ein Erstmietverhältnis handelt und du Fehler bei der Mieterauswahl vermeiden willst. Weniger sinnvoll wenn: Die Wohnung in einer begehrten Lage liegt wo sich Mieter von selbst melden. Du bereits ein Netzwerk oder eigene Nachfrage hast. Die Wohnung günstig ist und die Maklergebühr relativ teuer ist im Verhältnis zur Jahresmiete.

Makler selbst finden und bewerten

Nicht jeder Makler ist gleichwertig. Qualitätskriterien: Ist er IHK-zertifiziert oder Mitglied im IVD (Immobilienverband Deutschland)? Wie lang arbeitet er schon im lokalen Markt? Hat er Referenzen von anderen Vermietern? Wichtig: Vereinbare im Maklervertrag eine konkrete Zeitspanne (max. 3–6 Monate) und kläre was passiert wenn er in der Zeit keinen Mieter findet. Einige Makler bieten Erfolgsgebühr-Modelle an — keine Provision wenn kein Mieter gefunden wird. Das ist für dich als Vermieter das fairste Modell. Mehr zur Mieterauswahl: Mieterauswahl und Bonitätsprüfung.

Makler vs. Selbstvermarktung: Der Zeitvergleich

Für die Entscheidung Makler ja/nein ist ein realistischer Zeitvergleich hilfreich. Selbstvermarktung kostet dich typischerweise: Exposé erstellen und Fotos machen: 3–5 Stunden. Inserate hochladen: 1–2 Stunden. Anfragen sortieren und beantworten: 5–15 Stunden je nach Nachfrage. Besichtigungen durchführen (je 30–60 Min): 5–15 Stunden für 8–15 Interessenten. Mieterprüfung (SCHUFA, Gespräch, Referenz): 3–5 Stunden. Mietvertrag aufsetzen: 1–2 Stunden. Gesamtaufwand: 18–45 Stunden für eine Wohnung. Dein Stundensatz: 30 Euro/Stunde = 540–1.350 Euro Opportunitätskosten. Maklergebühr: ca. 1.600–2.500 Euro. Bei 30+ Stunden Eigenaufwand und hohem Stundensatz rechnet sich der Makler. Bei 18 Stunden und 20 Euro/Stunde eher nicht. Das ist eine persönliche Rechnung — mach sie für deine Situation. Mehr: Mieterauswahl selbst machen.

Weitere Kauf-Tipps: Alle Kaufkosten | Eigenkapital berechnen | Grundbuch verstehen