Wer ein größeres Immobilienportfolio aufbauen will, steht irgendwann vor dieser Frage: Lieber ein Mehrfamilienhaus kaufen oder viele einzelne Eigentumswohnungen (ETW) in verschiedenen Städten? Beide Strategien haben starke Argumente.

Das Mehrfamilienhaus (MFH)

Ein Mehrfamilienhaus (z.B. 6 Wohneinheiten) ist in einer Hand — kein WEG, kein Abstimmen mit anderen Eigentümern. Du triffst alle Entscheidungen allein. Wie in unserem MFH-Ratgeber erklärt, sind die Skaleneffekte bei Verwaltung und Instandhaltung ein echter Vorteil.

Vorteile MFH:

  • Günstiger pro Quadratmeter als ETWs (kein WEG-Anteil)
  • Kein WEG — du entscheidest allein über Modernisierungen
  • Hausverwaltung für ein Objekt günstiger als für zehn ETWs
  • Wertsteigerungspotenzial durch Anbau, Ausbau, Aufstockung

Nachteile MFH:

  • Höherer Kapitaleinsatz = mehr Klumpenrisiko
  • Verkauf schwieriger (Käuferkreis kleiner)
  • Alle Wohnungen in einer Lage — kein geografischer Ausgleich

Das ETW-Portfolio

Zehn Eigentumswohnungen in fünf Städten verteilen Risiken geografisch. Leerstand in einer Stadt wird durch volle Vermietung in anderen abgepuffert. Details zum Portfolio-Aufbau: Portfolio 10 Wohnungen.

Vorteile ETW-Portfolio:

  • Geografische Diversifikation (verschiedene Märkte)
  • Flexibel verkaufbar (einzelne ETWs einfacher zu veräußern)
  • Schrittweiser Aufbau möglich (1 ETW nach der anderen)

Nachteile ETW-Portfolio:

  • Höherer Verwaltungsaufwand (10 Objekte = 10 Hausverwaltungen/WEGs)
  • WEG-Beschlüsse können Entscheidungen blockieren
  • Kaufpreise pro m² höher als bei MFH

Wirtschaftlichkeit im Vergleich

KriteriumMFHETW-Portfolio
Kaufpreis/m²Günstiger (10-15 %)Teurer
VerwaltungskostenNiedriger je EinheitHöher je Einheit
RisikodiversifikationSchlecht (eine Lage)Gut (mehrere Lagen)
LiquidierbarkeitSchwerer zu verkaufenFlexibler

Für wen ist was besser?

Mehrfamilienhaus: Besser für erfahrene Investoren mit Kapital für 1-2 Millionen Euro+, die Verwaltungsaufwand minimieren und volle Kontrolle haben wollen. ETW-Portfolio: Besser für Einsteiger und wachsende Investoren, die schrittweise aufbauen und Risiken streuen wollen. Mehr zur Verwaltung: Wohnungsverwaltung Aufgaben und Kosten.

Steuerliche Unterschiede

Steuerlich sind Mehrfamilienhäuser und ETWs identisch behandelt — AfA auf den Gebäudeanteil, Zinsen als Werbungskosten, Mieteinnahmen als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Der Unterschied liegt in der Praxis: Bei einem MFH brauchst du nur eine Steuererklärung für das Objekt, bei zehn ETWs zehn separate Anlagen. Der administrative Aufwand steigt exponentiell mit der Anzahl der Objekte. Außerdem: Bei MFH kann die Umwandlung in Eigentumswohnungen (Aufteilung nach WEG) Wertpotenzial freisetzen — als ETWs einzeln verkaufen bringt oft 20-30 % mehr als Blockverkauf als MFH. Das ist eine häufig genutzte Exit-Strategie erfahrener Investoren.