Wer eine Immobilie kauft, zahlt mehr als den Kaufpreis. Die Kaufnebenkosten können je nach Bundesland und Situation 9–15 % des Kaufpreises ausmachen. Bei einer 300.000-€-Immobilie sind das 27.000–45.000 € on top – Geld, das aus Eigenkapital kommen muss, weil Banken es nicht finanzieren.

Überblick: Alle Kaufnebenkosten

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • Mietpreisbremse: max. 10 % über Mietspiegel bei Neuvermietung (Stand: April 2026)
  • Kappungsgrenze Mieterhöhung: 20 % in 3 Jahren (ggf. 15 %) (Stand: April 2026)
  • Mietkaution: max. 3 Nettokaltmieten (Stand: April 2026)
  • Kündigungsfrist Vermieter (> 8 J.): 9 Monate (Stand: April 2026)
  • Betriebskostenabrechnung: spätestens 12 Monate nach Periode (Stand: April 2026)
Kaufnebenkosten Immobilien: Alle Kosten im Überblick
KostenartHöhePflicht?
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 % des KaufpreisesJa
Notarkostenca. 1,5 % (inkl. Grundbuch)Ja
Grundbucheintragungca. 0,5 % (im Notarhonorar)Ja
Maklerprovision3,57 % (Käuferanteil)Nein (nur mit Makler)
Finanzierungskosten0,1–0,5 %Je nach Bank
Gutachterkosten300–3.000 €Nein (empfohlen)

Grunderwerbsteuer nach Bundesland

Kaufnebenkosten Immobilien: Alle Kosten im Überblick
Praxis-Tipp

Dokumentieren Sie den Wohnungszustand bei Einzug lückenlos mit Fotos und einem unterschriebenen Übergabeprotokoll. Im Streitfall gilt: Wer keinen Beweis hat, trägt das Risiko. Normale Abnutzung (Kratzer, verblasste Tapeten) zahlt grundsätzlich der Vermieter — nicht der Mieter.

Die Grunderwerbsteuer variiert stark und ist der größte Einzelposten:

BundeslandGrESt
Bayern, Sachsen3,5 %
Hamburg5,5 %
Berlin, Hessen, MV, Saarland6,0 %
Brandenburg, NRW, SL, Thüringen6,5 %
BW, Niedersachsen, S-A, SH5,0 %

Notarkosten: Was ist enthalten?

Kaufnebenkosten Immobilien: Alle Kosten im Überblick

Der Notar ist beim Immobilienkauf gesetzlich vorgeschrieben. Die Gebühren sind gesetzlich festgelegt (GNotKG) und umfassen:

  • Beurkundung des Kaufvertrags
  • Auflassung (Eigentumsübertragung im Grundbuch)
  • Grundschuldbestellung (Sicherheit der Bank)
  • Eintragung im Grundbuch

Faustregel: ca. 1,5–2 % des Kaufpreises alles inklusive.

Maklerprovision: Seit 2020 geteilt

Kaufnebenkosten Immobilien: Alle Kosten im Überblick

Seit dem 23. Dezember 2020 gilt das neue Maklergesetz: Beim Kauf von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern muss der Makler mindestens 50 % seiner Provision selbst tragen. Käufer zahlen also maximal 50 % der vereinbarten Provision. In der Praxis: meist 3,57 % inkl. MwSt. für den Käufer, wenn der Makler 7,14 % Gesamtprovision vereinbart hat.

Rechenbeispiel: Kaufnebenkosten für 250.000 € in NRW

  • Grunderwerbsteuer (6,5 %): 16.250 €
  • Notarkosten (~1,5 %): 3.750 €
  • Maklerprovision (3,57 %): 8.925 €
  • Gesamt Nebenkosten: 28.925 € (11,6 %)
  • Gesamtinvestition: 278.925 €

Tipps: Kaufnebenkosten sparen

Kaufnebenkosten Immobilien: Alle Kosten im Überblick
  • Bundesland wählen: Bayern statt Brandenburg spart 3 % GrESt
  • Ohne Makler kaufen: spart 3,57 % – aber nur wenn du selbst Objekte findest
  • Inventar separat bepreisen: Küche, Einbauschrank etc. auf separatem Kaufvertrag ausweisen – das senkt den Kaufpreis für die GrESt-Berechnung
  • Verhandeln: Maklergebühren sind verhandelbar, auch wenn Makler das anders darstellen

Alle Nebenkosten in die Renditeberechnung einbeziehen: Bruttorendite-Rechner | Blitz-Check

Kaufnebenkosten realistisch kalkulieren

Wer die Kaufnebenkosten unterschätzt, kauft am Ende mit zu wenig Eigenkapital. Die häufigste Fehlkalkulation: Man plant nur die Grunderwerbsteuer ein (z.B. 5 Prozent in BW), vergisst aber den Notar (1 bis 1,5 Prozent) und den Makler (3,57 Prozent als Käuferanteil). Ergebnis: Man hat 8 bis 10 Prozent statt der geplanten 5 Prozent Nebenkosten. Das kann die Finanzierung sprengen. Besser: Immer mit 10 bis 12 Prozent Nebenkosten planen, unabhängig vom Bundesland. Was spart gegenüber diesem Puffer, kommt als Eigenkapitalpuffer in die Finanzierung – das verbessert den Beleihungsauslauf. Prüfe alle Kosten: Vollständige Kostenliste | Blitz-Check.

Kaufnebenkosten nach Bundesland

BundeslandGrunderwerbsteuerGesamte Nebenkosten Ø
Bayern3,5 %ca. 7–9 %
Sachsen3,5 %ca. 7–9 %
Hamburg4,5 %ca. 8–10 %
Hessen6,0 %ca. 10–12 %
NRW / Brandenburg6,5 %ca. 10–13 %

Der Markt hat sich seit 2022 zugunsten der Käufer verschoben. Preisverhandlungen von 5–15 % sind in vielen Regionen wieder möglich — besonders bei sanierungsbedürftigen Objekten oder länger am Markt stehenden Angeboten. 2026 sind die Chancen für Kapitalanleger besser als seit Jahren: niedrigere Preise als 2021/22, leicht gesunkene Zinsen, und ein strukturelles Wohnungsdefizit das die Mietpreise stützt. Wer jetzt qualitätsbewusst kauft, investiert in ein window of opportunity.