Die ewige Debatte: Immobilien oder ETF? Beide sind langfristig attraktive Anlageklassen – aber sie funktionieren sehr unterschiedlich. Hier ist ein ehrlicher Vergleich.

Historische Renditen im Vergleich

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • Durchschnittliche Nettomietrendite DE: 3,2 % (2026) (Stand: April 2026)
  • Gute Rendite ab: 4,0 % netto (Stand: April 2026)
  • Kaufpreisfaktor Deutschland-Ø: 23,4x (Stand: April 2026)
  • Leerstandsquote bundesweit: 2,8 % (Stand: April 2026)
  • Inflationsschutz: Immobilien langfristig +1,5 % real p.a. (Stand: April 2026)
Immobilien vs. Aktien und ETF: Langfristiger Rendite-Vergleich
AnlageklasseRendite p.a. (langfristig)Schwankung
MSCI World ETF7–9 % (ohne Leverage)Hoch (±30 % in Crashjahren)
Immobilien (Eigenkapitalrendite mit Hebel)6–15 % je nach LeverageMittel (illiquid, glättes)
Immobilien (ohne Kredit)3–5 %Niedrig
Tagesgeld/Festgeld2–3 % (aktuell)Sehr niedrig

Der Vergleich ist nur fair mit Leverage bei Immobilien – denn das ist der Normalfall. Mit 25 % Eigenkapital und 4 % Objektrendite ergibt sich bei 3,5 % Zinsen eine Eigenkapitalrendite von 7–10 %.

Vorteile Immobilien

Immobilien vs. Aktien und ETF: Langfristiger Rendite-Vergleich
Praxis-Tipp

Rechnen Sie immer mit der Nettorendite, nicht mit der Bruttomietrendite. Die tatsächlichen Kosten (Verwaltung ca. 5 %, Instandhaltung 1 €/m²/Monat, Leerstand 3 %) fressen 1–2 Prozentpunkte. Wer nur die Bruttorendite betrachtet, kauft oft schlechter als gedacht.

  • Hebeleffekt: Mit Fremdkapital deutlich höhere Eigenkapitalrendite
  • Steuervorteile: AfA, Zinsen absetzbar, Spekulationsfrist nach 10 Jahren
  • Inflationsschutz: Sachwert, Mieten steigen meist mit Inflation
  • Stabilität: Keine täglichen Kursschwankungen sichtbar
  • Passives Einkommen: Monatliche Mieteinnahmen

Vorteile ETF

Immobilien vs. Aktien und ETF: Langfristiger Rendite-Vergleich
  • Liquide: Jederzeit verkaufbar (kein Notar, keine Wartezeit)
  • Diversifikation: Tausende Unternehmen in einem Produkt
  • Niedrige Kosten: TER 0,07–0,20 % p.a. (Vanguard, iShares)
  • Keine Verwaltung: Null Aufwand nach Kauf
  • Kleiner Einstieg: Schon ab 25 € Sparplan möglich

Nachteile beider Klassen

Immobilien vs. Aktien und ETF: Langfristiger Rendite-Vergleich
ImmobilienETF
LiquiditätSehr niedrigSehr hoch
Mindestkapital30.000–100.000 € EK25 €
VerwaltungsaufwandMittel–hochKeiner
KlumpenrisikoHoch (ein Objekt)Keines (1.600+ Aktien)
Steuer bei VerkaufNach 10 J. steuerfreiAbgeltungssteuer (25 %)

Was passt zu wem?

  • ETF first: Wer wenig Zeit hat, klein anfangen will oder maximale Liquidität braucht
  • Immobilien first: Wer Hebel nutzen will, Mieteinnahmen bevorzugt, hohen Steuersatz hat
  • Kombination: Ideal – Immobilien für Hebel und Steueroptimierung, ETF für Liquidität und Diversifikation

Fazit

Immobilien vs. Aktien und ETF: Langfristiger Rendite-Vergleich

Es gibt keinen klaren Sieger. Beide Anlageklassen haben ihre Stärken. Entscheidend ist: Passt die Anlage zu deiner Lebenssituation, Risikobereitschaft und deinen Zielen? Berechne deine Immobilien-Rendite mit dem Nettorendite-Rechner und vergleiche dann selbst. Auch interessant: ETF vs. Immobilien: detaillierter Vergleich.

Langfristiger Vergleich: Was Daten zeigen

Historische Daten der letzten 30 Jahre zeigen: Aktien (gemessen am MSCI World) haben eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7 bis 9 Prozent geliefert. Gut vermietete Immobilien in deutschen Großstädten haben durch Kombination aus Mietrendite (3 bis 5 Prozent) und Wertsteigerung (2 bis 4 Prozent) ebenfalls 5 bis 9 Prozent Gesamtrendite gebracht. Der entscheidende Unterschied: Immobilien erlauben Kredithebel. Wer eine 300.000-Euro-Wohnung mit 80.000 Euro Eigenkapital kauft und 6 Prozent Gesamtrendite auf den Kaufpreis erzielt, realisiert auf das Eigenkapital bezogen deutlich höhere Renditen – bei entsprechend höherem Risiko. Leverage-Effekt | Cashflow berechnen.

Immobilien vs. andere Kapitalanlagen

AnlageformRendite Ø p.a.RisikoLiquidität
Immobilien (vermietet)3–6 % nettomittelsehr gering
ETF-Depot (MSCI World)6–9 % historischmittel-hochsehr hoch
Tagesgeld 2026ca. 2,5 %sehr geringsofort
Festgeld (2 Jahre)ca. 2,8–3,2 %sehr geringgering
REITs (Immobilien-ETF)4–7 %mittelhoch

Die Renditelandschaft in Deutschland hat sich seit 2020 stark verändert. Während Metropolen wie München und Hamburg weiterhin Nettomietrenditen von unter 3 % bieten, erfahren B-Städte wie Leipzig, Nürnberg und Dresden eine Renaissance unter Kapitalanlegern. Der Rückgang der Kaufpreise 2022/23 hat die Einstiegsbedingungen verbessert — wer in dieser Phase gekauft hat, profitiert heute von besseren KPFs. Für 2026 gilt: Rendite-Fokus auf B-Städte mit Bevölkerungswachstum, nicht auf teure Metropolen mit negativem Cashflow.