Cashflow-positiv: Das bedeutet, nach Abzug aller Kosten (Kredit, Hausgeld, Rücklagen) bleibt jeden Monat Geld übrig. Bei aktuellen Zinsen von 3,5–4,5 % ist das anspruchsvoll – aber möglich. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie.

Was bedeutet positiver Cashflow?

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • Durchschnittliche Nettomietrendite DE: 3,2 % (2026) (Stand: April 2026)
  • Gute Rendite ab: 4,0 % netto (Stand: April 2026)
  • Kaufpreisfaktor Deutschland-Ø: 23,4x (Stand: April 2026)
  • Leerstandsquote bundesweit: 2,8 % (Stand: April 2026)
  • Inflationsschutz: Immobilien langfristig +1,5 % real p.a. (Stand: April 2026)
Cashflow-positiv mit Immobilien: So funktioniert es wirklich

Monatlicher Cashflow = Kaltmiete − Kreditrate − nicht umlegbares Hausgeld − Instandhaltungsrücklage − Leerstandspuffer

Erst wenn dieser Wert positiv ist, spricht man von einem cashflow-positiven Objekt. Achtung: Vor Steuer gerechnet. Nach Steuer (wenn du im hohen Steuersatz bist) kann der Cashflow negativ werden, auch wenn vor Steuer ein Plus steht.

Die 5 Stellschrauben für positiven Cashflow

Cashflow-positiv mit Immobilien: So funktioniert es wirklich
Praxis-Tipp

Rechnen Sie immer mit der Nettorendite, nicht mit der Bruttomietrendite. Die tatsächlichen Kosten (Verwaltung ca. 5 %, Instandhaltung 1 €/m²/Monat, Leerstand 3 %) fressen 1–2 Prozentpunkte. Wer nur die Bruttorendite betrachtet, kauft oft schlechter als gedacht.

1. Hohes Eigenkapital einsetzen

Je weniger du finanzierst, desto niedriger die Kreditrate. Bei 40 % Eigenkapital statt 20 % sinkt die monatliche Rate erheblich:

EK-QuoteKredit bei 300.000 € KPRate (3,8 % + 2 %)
20 % (60.000 €)240.000 €1.160 €/Monat
30 % (90.000 €)210.000 €1.015 €/Monat
40 % (120.000 €)180.000 €870 €/Monat

2. Kaufpreisfaktor unter 20 wählen

Der Kaufpreisfaktor (Kaufpreis / Jahreskaltmiete) bestimmt maßgeblich den Cashflow. Werte unter 20 ermöglichen deutlich leichter positiven Cashflow.

  • KPF 20 = Bruttorendite 5 % → positiver Cashflow oft möglich
  • KPF 25 = Bruttorendite 4 % → grenzwertig
  • KPF 30+ = Bruttorendite <3,5 % → in der Regel negativer Cashflow

3. Günstigere Finanzierung suchen

0,5 % besserer Zinssatz macht bei 200.000 € Kredit ca. 83 €/Monat Unterschied. Immer mindestens 3 Angebote vergleichen und Broker (Dr. Klein, Interhyp) einschalten.

4. Niedrige Tilgung wählen (temporär)

Tilgung von 1 % statt 2 % spart monatlich Geld – aber: Du tilgst langsamer und zahlt länger Zinsen. Sinnvoll nur wenn die gesparte Rate in renditestärkere Anlagen fließt.

5. Mietpotenzial ausschöpfen

Bei Mieterwechsel (erlaubt bis zu 10 % über Mietspiegel in Mietpreisbremsgebieten) oder in Märkten ohne Mietpreisbremse: Marktmiete ansetzen. Untervermietete Objekte kaufen und Miete anpassen.

Konkretes Beispiel: Cashflow-positive Wohnung

Cashflow-positiv mit Immobilien: So funktioniert es wirklich
ParameterWert
Kaufpreis180.000 €
LageHannover-Randlage
Kaltmiete850 €/Monat
Kaufpreisfaktor17,6
Bruttorendite5,67 %
Eigenkapital (30 %)54.000 €
Kredit126.000 €
Kreditrate (3,6 % + 1,5 %)533 €/Monat
Hausgeld nicht umlegbar70 €/Monat
Instandhaltung + Leerstand100 €/Monat
Monatl. Cashflow+147 €/Monat

Fazit

Cashflow-positiv mit Immobilien: So funktioniert es wirklich

Positiver Cashflow ist 2026 möglich – erfordert aber mehr Eigenkapital, günstige Lagen oder niedrige Kaufpreisfaktoren. Nutze unseren Cashflow-Rechner und den Kaufpreisfaktor-Rechner zur Prüfung jedes Objekts.

Weiterlesen: Nettorendite berechnen | Eigenkapital Tipps

Weitere Strategien: Mietrendite vs. Wertsteigerung | Portfolio-Strategie | Immobilien als Rente

Immobilien vs. andere Kapitalanlagen

AnlageformRendite Ø p.a.RisikoLiquidität
Immobilien (vermietet)3–6 % nettomittelsehr gering
ETF-Depot (MSCI World)6–9 % historischmittel-hochsehr hoch
Tagesgeld 2026ca. 2,5 %sehr geringsofort
Festgeld (2 Jahre)ca. 2,8–3,2 %sehr geringgering
REITs (Immobilien-ETF)4–7 %mittelhoch

Rechenbeispiel: Monatlicher Cashflow nach Finanzierung

Cashflow-positiv mit Immobilien: So funktioniert es wirklich
PositionKonservativRealistischOptimistisch
Kaltmiete/Monat1.000 €800 €900 €
− Kreditrate (Zins + Tilgung)−950 €−620 €−400 €
− Hausgeld/Verwaltung−150 €−100 €−80 €
− Instandhaltungsrücklage−60 €−60 €−60 €
Monatl. Cashflow−160 € (negativ)+20 € (neutral)+360 € (positiv)
FazitWertanlage, kein CashflowAusgewogenEchter Cashflow-Investor

Ziel: Mindestens neutraler Cashflow ab Tag 1. Negativer Cashflow ist nur akzeptabel bei erwarteter starker Wertsteigerung (A-Lagen) oder steuerlichem Nutzen (Denkmal).

Die Renditelandschaft in Deutschland hat sich seit 2020 stark verändert. Während Metropolen wie München und Hamburg weiterhin Nettomietrenditen von unter 3 % bieten, erfahren B-Städte wie Leipzig, Nürnberg und Dresden eine Renaissance unter Kapitalanlegern. Der Rückgang der Kaufpreise 2022/23 hat die Einstiegsbedingungen verbessert — wer in dieser Phase gekauft hat, profitiert heute von besseren KPFs. Für 2026 gilt: Rendite-Fokus auf B-Städte mit Bevölkerungswachstum, nicht auf teure Metropolen mit negativem Cashflow.