Mehrfamilienhaus kaufen: Worauf achten?

Auf einen Blick: Aktuelle Zahlen 2026
  • Notarkosten + Grundbuch: ca. 1,5–2,0 % des Kaufpreises (Stand: April 2026)
  • Grunderwerbsteuer: 3,5–6,5 % (je nach Bundesland) (Stand: April 2026)
  • Maklerprovision (geteilt seit 2020): je 1,5–3,57 % (Stand: April 2026)
  • Dauer Grundbuchübertragung: ca. 6–12 Wochen nach Notar (Stand: April 2026)
  • Auflassungsvormerkung: schützt ab Tag des Notartermins (Stand: April 2026)
Mehrfamilienhaus kaufen 2026: Tipps, Checkliste und häufige Fehler

Ein Mehrfamilienhaus (MFH) ist das Einstiegsprodukt für professionelle Immobilieninvestoren. Anders als eine Eigentumswohnung kaufst du das gesamte Gebäude — du wirst Vermieter mehrerer Mietparteien gleichzeitig und trägst alle Gebäudekosten allein.

MFH Checkliste vor dem Kauf

Mehrfamilienhaus kaufen 2026: Tipps, Checkliste und häufige Fehler
Praxis-Tipp

Lassen Sie die Immobilie vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen (ca. 500–1.000 €). Das ist bei gebrauchten Objekten Pflicht. Typische Baumängel die Gutachter finden: Feuchtigkeit im Keller, Schimmel hinter Verkleidungen, Risse im Fundament. Ein Gutachten kann den Kaufpreis um 10.000–50.000 € senken.

  • Mieterliste anfordern: Alle aktuellen Mietverträge, Miethöhen, Vertragslaufzeiten, Kautions-Belege
  • Leerstandsquote prüfen: Über 10 % Leerstand = kritisches Signal
  • Betriebskosten-Abrechnungen: Letzte 3 Jahre anfordern — zeigen Kosten-Entwicklung
  • Bausachverständigen beauftragen: Dach, Heizung, Fassade, Keller — Kosten 1.000–2.000 Euro
  • Grundbuch prüfen: Lasten, Grundschulden, Wegerechte, Nießbrauch
  • Baujahr und Energieausweis: Vor 1978 = Asbestalarm. Energieeffizienz ab 2033 EU-Pflicht
  • Instandhaltungsrücklage: Hat der Vorbesitzer Rücklagen gebildet?

Typische Renditen MFH vs. ETW

Mehrfamilienhaus kaufen 2026: Tipps, Checkliste und häufige Fehler

MFH oft 0,5–1 % höhere Brutto-Rendite als ETW (keine WEG-Verwaltungskosten, kein Hausgeld). Dafür: Volle Verantwortung für Gebäude, höheres Klumpenrisiko. Für Rendite: Rendite-Rechner.

MFH kaufen: Finanzierung und häufige Fehler

Mehrfamilienhaus kaufen 2026: Tipps, Checkliste und häufige Fehler

Finanzierung Mehrfamilienhaus: Banken finanzieren MFH oft bis 70–80 % des Kaufpreises. Bei 500.000 Euro MFH: max. 400.000 Euro Kredit, 100.000 Euro Eigenkapital. Plus Kaufnebenkosten (7–15 %): Insgesamt 135.000–175.000 Euro Eigenkapital nötig. Häufige Fehler beim MFH-Kauf: Fehler 1 — Instandhaltungskosten unterschätzen. Ein 10-Wohneinheiten-MFH braucht 1–1,5 Euro/m²/Monat Rücklage. Bei 800 m² Wohnfläche: 800–1.200 Euro/Monat für Reparaturen. Fehler 2 — Verwaltungsaufwand unterschätzen. Vermieter berichten 5–15 Stunden/Monat bei 10 Einheiten. Fehler 3 — Altlasten beim Kaufvertrag ignorieren. Asbestplatten, kontaminiertes Erdreich, alte Tanks — immer Altlastenauskunft beim Baurechtsamt einholen. Fehler 4 — Mieterliste nicht kritisch prüfen. Langzeitmieter mit Sozialmieten sind Wertminderung wenn Kaltmiete weit unter Markt liegt. Ertragswert-Methode berechnen: Jahresrohertrag ÷ Kapitalisierungszinssatz = Ertragswert. Für Rendite: Rendite-Rechner.

MFH kaufen: Checkliste Kaufvertrag und Übergabe

Kaufvertrag MFH — diese Punkte prüfen: Übergang Nutzen und Lasten: Datum des wirtschaftlichen Besitzübergangs klar definieren. Kaufpreisaufteilung: Boden- vs. Gebäudewert (steuerlich relevant für AfA). Übernahme bestehender Mietverhältnisse: Alle Mietverträge als Anhang zum Kaufvertrag. Instandhaltungsrücklagen: Betrag zum Zeitpunkt der Übergabe vertraglich festhalten. Gewährleistungsausschlüsse: Oft formulargemäß — trotzdem auf bekannte Mängel achten. Übergabe MFH — Checkliste: Übergabeprotokoll für jede Wohneinheit (Zählerstände, Schlüsselübergabe, Mängeldokumentation). Kautionen: Vom Vorbesitzer auf eigenes Konto übertragen lassen. Betriebskosten-Abrechnungen: Jahresabrechnung läuft weiter — Vorschüsse der Mieter gehören dem neuen Eigentümer ab Besitzübergang. Hausgeld-Abrechnungen: Bei WEG-Anteilen alle offenen Beschlüsse prüfen. Für Kaufnebenkosten: Kaufnebenkosten.

Kaufnebenkosten nach Bundesland

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BundeslandGrunderwerbsteuerGesamte Nebenkosten Ø
Bayern3,5 %ca. 7–9 %
Sachsen3,5 %ca. 7–9 %
Hamburg4,5 %ca. 8–10 %
Hessen6,0 %ca. 10–12 %
NRW / Brandenburg6,5 %ca. 10–13 %

Der Markt hat sich seit 2022 zugunsten der Käufer verschoben. Preisverhandlungen von 5–15 % sind in vielen Regionen wieder möglich — besonders bei sanierungsbedürftigen Objekten oder länger am Markt stehenden Angeboten. 2026 sind die Chancen für Kapitalanleger besser als seit Jahren: niedrigere Preise als 2021/22, leicht gesunkene Zinsen, und ein strukturelles Wohnungsdefizit das die Mietpreise stützt. Wer jetzt qualitätsbewusst kauft, investiert in ein window of opportunity.