KfW und BAFA Förderung Immobilien 2026: Vollständige Übersicht
Der Staat fördert energieeffizientes Bauen und Sanieren mit erheblichen Mitteln. Wer die Programme kennt und richtig kombiniert, kann Zehntausende Euro sparen. Hier die wichtigsten Programme 2026.
Den Zusammenhang zwischen Spekulationsfrist und AfA-Abschreibung — und was beim Verkauf einer abgeschriebenen Immobilie zu beachten ist — erklärt Spekulationsfristrechner24.de.
KfW-Programme für Wohnimmobilien 2026
- AfA Normgebäude (ab 1925): 2,0 % p.a. über 50 Jahre (Stand: April 2026)
- AfA Denkmal: 9 % (8 Jahre) + 7 % (4 Jahre) (Stand: April 2026)
- Spekulationssteuer: entfällt nach 10 Jahren Haltedauer (Stand: April 2026)
- Grunderwerbsteuer: 3,5 % (BY) bis 6,5 % (NRW, BRB) (Stand: April 2026)
- Werbungskosten pauschal: 1.000 €/Jahr ohne Einzelnachweis (Stand: April 2026)

KfW 261 (BEG Wohngebäude Kredit): Energieeffizient Bauen/Sanieren. Bis 150.000 Euro Kredit pro Wohneinheit, zinsgünstig. Tilgungszuschuss je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard: Stufe 55: bis 15 % Zuschuss. Stufe 40: bis 20 %. Stufe 40 Plus: bis 25 %. KfW 270 (Erneuerbare Energien): Finanzierung von PV-Anlagen und Batteriespeichern. Bis 150 Mio. Euro, zinsgünstig. KfW 124 (Wohneigentumsprogramm): Eigenheim kaufen oder bauen. Bis 100.000 Euro. KfW 159 (Altersgerecht Umbauen): Barrierereduzierung. Bis 50.000 Euro Kredit pro Wohneinheit.
BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen
Die 15-%-Regel beachten: Investieren Sie in den ersten 3 Jahren nach Kauf nicht mehr als 15 % des Gebäude-Kaufpreises in Renovierungen, sonst werden die Kosten zu anschaffungsnahen Herstellungskosten — und Sie verlieren den sofortigen Steuerabzug. Bei Zweifel: Steuerberater fragen.
BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) fördert Einzelmaßnahmen zur Energieeinsparung direkt als Zuschuss (kein Kredit!). Wärmepumpe: 30 % Grundförderung + bis 20 % Einkommensbonus + 5 % Speedbonus = bis 70 % Förderung der Materialkosten. Solarthermie, Biomasse-Heizungen, Gebäudehülle: Jeweils 15–20 % Zuschuss. Wichtig: BAFA-Antrag muss VOR Beauftragung des Handwerkers gestellt werden!
Kombination KfW + BAFA: So geht es

BAFA-Zuschuss + KfW-Kredit können kombiniert werden -- aber nicht für dieselbe Maßnahme doppelt. Strategie: BAFA für teure Einzelmaßnahmen (Wärmepumpe), KfW-Kredit für Gesamtprojekt-Finanzierung. Immer einen BAFA-gelisteten Energieberater einschalten -- das ist Voraussetzung für KfW 261 und erhöht Förderhöhe. Mehr: KfW-Kredit beantragen: Schritt-für-Schritt.
KfW 261: Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
Das KfW-Programm 261 ist das wichtigste Förderprogramm für Neubauten und Sanierungen mit Effizienzhaus-Standard. Förderung 2026: Zinsgünstiges Darlehen bis 150.000 Euro (Neubau) bzw. bis 120.000 Euro (Sanierung) pro Wohneinheit. Tilgungszuschuss von 5–45 % je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard. Klimafreundlicher Neubau (QNG-Siegel): bis zu 150.000 Euro Darlehen + 5 % Tilgungszuschuss. Effizienzhaus 40 NH: 12,5 % Tilgungszuschuss. Antrag vor Baubeginn stellen – nachträgliche Förderung ist ausgeschlossen.
KfW 124, 270 und BAFA: Weitere Programme für Vermieter
KfW 124 (Wohneigentumsprogramm): Bis 100.000 Euro Darlehen für selbst genutztes Wohneigentum – nicht für Kapitalanleger geeignet. KfW 270 (Erneuerbare Energien): Günstige Darlehen für Photovoltaik-Anlagen auf Mietobjekten. Sehr relevant für Vermieter mit Dachfläche. KfW 159 (Altersgerecht Umbauen): Zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 Euro für Barrierefreiheits-Umbauten – auch für vermietete Objekte nutzbar. BAFA Bundesförderung: Wärmepumpe bis 70 % Förderung (mit Bonus für Geschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus). Pelletheizung, Solarthermie, Hybridheizungen ebenfalls förderfähig. Wichtig: BAFA-Förderung immer VOR Auftragsvergabe beantragen. Für Cashflow-Berechnung nach Förderung: Cashflow-Rechner.
Weitere Steuer-Themen: AfA-Abschreibung | Alle Steuer-Abzüge | Anlage V Tipps
Steuerliche Optimierung: Chancen und Risiken
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✓ AfA senkt Steuerlast jährlich | ✗ Steuerstundung, keine Steuerfreiheit |
| ✓ Werbungskosten sofort absetzbar | ✗ Anschaffungsnahe Kosten müssen aktiviert werden |
| ✓ Verluste aus V+V verrechenbar | ✗ Bei Verkauf: mögliche Steuerfreiheit erst nach 10 J. |
| ✓ Denkmal-AfA bis 12 % p.a. | ✗ Denkmalschutzauflagen erhöhen Kosten |
| ✓ GbR/GmbH für Steuerstrategie | ✗ GmbH: höherer Verwaltungsaufwand |
AfA-Vergleich: Welche Immobilie bringt mehr Steuerersparnis?
| Immobilientyp | AfA-Satz | Laufzeit | Steuervorteil bei 100.000 € Gebäudewert |
|---|---|---|---|
| Normgebäude (Bj. ab 1925) | 2,0 %/Jahr | 50 Jahre | 2.000 €/Jahr × Steuersatz |
| Älteres Gebäude (Bj. vor 1925) | 2,5 %/Jahr | 40 Jahre | 2.500 €/Jahr × Steuersatz |
| Denkmal (§ 7i EStG) | 9 % (8J) + 7 % (4J) | 12 Jahre | bis 9.000 €/Jahr × Steuersatz |
| Neubau ab 2023 (§ 7b EStG) | 5 %/Jahr | 20 Jahre | 5.000 €/Jahr × Steuersatz |
AfA konkret: So berechnen Sie richtig
| Gebäudetyp | Baujahr | AfA-Satz | Laufzeit | Jahresabschreibung bei 200.000 € Gebäudewert |
|---|---|---|---|---|
| Normales Wohngebäude | ab 1925 | 2,0 % | 50 Jahre | 4.000 € |
| Älteres Gebäude | vor 1925 | 2,5 % | 40 Jahre | 5.000 € |
| Neubau (§ 7b EStG) | ab 2023 | 5,0 % | 20 Jahre | 10.000 € |
| Denkmalschutz (§ 7i EStG) | beliebig | 9 % (8J) + 7 % (4J) | 12 Jahre | 18.000 € (Jahr 1–8) |
§ 7 Abs. 4 EStG regelt die lineare AfA für Gebäude. Wichtig: AfA wird nur auf den Gebäudewert berechnet, nicht auf das Grundstück. Das Finanzamt akzeptiert die Aufteilung nach dem Sachwertverfahren oder nach dem Verhältnis Bodenrichtwert zu Gesamtkaufpreis. Bei Zweifeln: Steuerberater mit Immobilienerfahrung beauftragen.
Fazit: Steuern sparen — aber kein schlechtes Objekt kaufen
Steuerliche Optimierung ist ein wichtiger Bestandteil jeder Immobilien-Investition — aber nie die primäre Kaufbegründung. Ein schlechtes Objekt bleibt ein schlechtes Objekt, auch wenn man Steuern spart. Die Reihenfolge: 1) Gutes Objekt finden. 2) Steuerliche Optimierung drauflegen. Nicht umgekehrt. Unser Tipp: Steuerberater mit Immobilien-Schwerpunkt einmalig beauftragen — das zahlt sich in jedem Fall aus.
Viele Anleger schauen nur auf die Bruttorendite und übersehen, dass 8 % der tatsächlichen Kosten in der Nettokalkulation verschwinden. Seit 2022 beobachten wir, dass die Renditelücke zwischen Metropolen und B-Städten weiter wächst: In München sinken Nettorenditen auf unter 2 %, während Leipzig und Erfurt 4–6 % bieten. Wer ausschließlich Metropolen kauft, kauft Stabilität — kein Einkommen.



